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Portes du Soleil (F/CH)







  

LES PORTES DU SOLEIL

Eckdaten

Skifahren in den Portes du Soleil

Allgemeine Beschreibung:

Abwechslungsreiches Skigebiet mit stark wechselndem Charakter. Waehrend im Raum Avoriaz mit laengeren Wartezeiten an den Liften gerechnet werden muss und die Pisten extrem ueberfuellt sind, worunter auch die Schneequalitaet stark leidet, sind im Gebiet an der Pointe de Chery oberhalb von Les Gets oder im Bereich der Pointe de Nyon oberhalb von Morzine praktisch keine Skifahrer unterwegs.

Hat laut Eigenwerbung soviele Abfahrtskilometer wie die Les Trois Valles; kommt aber weder von der Laenge der Abfahrten noch vom Abwechslungsreichtum an dieses Gebiet heran.

Suedlich des Genfer Sees gelegen, umfasst das Gebiet fuenf Stationen in der Schweiz sowie acht in Frankreich. La Chapelle d Abondance (Cret Beni), Abondance und St-Jean d Aulps La Grande Terche sind nicht an den Skizirkus angeschlossen. Das Gebiet zwischen Les Gets und Morzine ist ebenfalls nur mit Hilfe eines Skibusses vom Hauptgebiet aus erreichbar. Ein Skibus wird auch in Chatel und Morgins benoetigt.

Schneesicherheit:

Das Gebiet liegt insgesamt ziemlich niedrig, ist dadurch nicht sehr schneesicher. Zwar koennen viele Pisten beschneit werden, gerade die suedlich orientierten Pisten und wichtige Verbindungsstrecken apern jedoch schnell aus, so etwa am Nadeloehr zwischen Chatel und Avoriaz an der TS Chaux Fleurie. Am schnellsten verschwindet der Schnee ausserdem im Bereich Champoussin, in Morgins (am Bec du Corbeau in Richtung Chatel), im Bereich zwischen Chatel und Torgon sowie an der unteren Sektion in Les Gets an der Pointe de Chery. Ein Vorteil ist sicherlich, dass der groesste Teil der Pisten ueber Weiden geht, so dass auch bei geringen Schneehoehen noch Skifahren ermoeglicht wird.

Aktueller Schneebericht: HIER

Engpaesse:

Von Avoriaz in Richtung Chatel kommt man nur mit einer 3er-Sesselbahn, in Richtung Avoriaz nur ueber einen schmalen, extrem stark befahrenen Ziehweg. Das Gebiet von Avoriaz ist generell stark ueberlaufen, besonders lange Wartezeiten gibt es auch am TSD du Stade und dem benachbarten TSD Lac Intrets sowie an der TSD Choucas und den beiden benachbarten TK Chavanette. Die Seilbahn von Les Prodains nach Avoriaz faehrt recht selten, so dass man auch dort etwas Zeit einplanen sollt.

(Hinweis: TPH: Seibahn - TC: Gondelbahn - TSD: kuppelbare Sesselbahn - TS: Sesselbahn - TK: Schepplift).

Verbindungen im Skigebiet:

Das Liftsystem ist ueberwiegend recht veraltet, wird allerdings Schritt fuer Schritt modernisiert. Besonders erwaehnt werden muessen die vielen uralten und schlecht gewarteten Poma-Lifte (Knochenbrecherlifte), die gerade fuer schwaechere Skifahrer eine Tortur darstellen.

Die Beschilderung ist relativ gut, aber nicht immer ganz eindeutig. Ein Problem sind die Orte Morgins, Chatel und Morzine, wo die Runde unterbrochen und ein Skibus benoetigt wird, um das Skifahren fortzusetzen. Waehrend die Busse in Chatel haeufig fahren und auch fuer Skifahrer anderer Stationen recht klar ist, wohin man fahren muss, faellt dies in Morzine schon etwas schwerer, da ein Umsteigen erforderlich ist, will man in das Gebiet zwischen Morzine und Les Gets wechseln. In Morgins faehrt der Bus sogar nur einmal pro Stunde und selbst dann nicht immer. Viel Spass beim 10-Minuten-Spaziergang durch den Ort!

Charakter:

Der Charakter der Orte ist recht unterschiedlich. Waehrend z.B. Avoriaz alle Vor- und Nachteile einer Retortensiedlung aufweist, sind Morzine, Les Gets, Chatel und Champery lebhafte, gewachsene Orte mit Charakter, La Chapelle d Abondance, Abondance touristisch noch relativ unentwickelte Bauerndoerfer und Les Crosets oder Champoussin Chaletsiedlungen ohne groessere Infrastruktur.

Wo wohnt man am besten?

Champery

Von hier aus kommt man schnell in den eigentlichen Skizirkus, zu vielfaeltigen einfachen Pisten aber auch zu knackigen schwarzen Abfahrten, wie der Schweizer Mauer. Im Ort ist einigtes los, langweilig wird es hier kaum. Geheimtip: Thermalbad im benachbarten Val-d Illiez. Es gibt zwar eine Abfahrt zur Talstation des Grand Paradis-Sesselliftes, aber keine, die direkt in den Ort fuehrt. Die Unterkunft in der Schweiz ist noch einmal ein Stueck teurer als auf der franzoesischen Seite.

Chatel:

Auch Chatel ist ein gewachsener Ort mit schoenem Ambiente und einem attraktiven Apres-Ski. Leider dehnt sich der Ort stark aus, was insbesondere im Ortskern zu einer teilweise extrem starken Verkehrsbelastung fuehrt. Von Chatel aus ist man auch schnell im Skizirkus. Nachdem in Chatel der Skizirkus unterbrochen ist, hat der in Chatel Wohnende den Vorteil, dass er den Skibus frueh oder abends nimmt, diesen aber nicht als Unterbrechung des Skifahrens sieht.

Avoriaz:

Hier wohnt man mitten im Skigebiet, d.h. Anschnallen der Ski vor der Tuer ist Standard. Avoriaz ist autofrei, was den Gast allerdings recht teuer kommt (Parkplatz, Zubringer zur Wohnung). Die Pisten hier sind recht schneesicher, allerdings extrem ueberfuellt; bei unserem Besuch fanden wir hier den mit Abstand schlechtesten Schnee.

Morzine:

Von hier erreicht man auf fuenf Wegen sowohl den zentralen Skizirkus, als auch die attraktiven Pisten in Richtung Les Gets. Nachteil: Lediglich vom Teilgebiet Pleney fuehrt eine Abfahrt in den Ort zurueck, sonst muss man entweder mit der Gondelbahn ins Tal zurueck (Super Morzine) oder muss eine laengere Skibusfahrt zuruecklegen. Morzine ist der lebhafteste Ort in den Portes du Soleil mit einm umfangreichen Apres-Ski-Angebot.

Les Gets:

Gewachsener attraktiver Ort, direkt an den Pisten. Eigentlich DER Ort, hat aber einen entscheidenden Nachteil: er ist nicht direkt an den grossen Skizirkus angeschlossen.

Die Abfahrten

Schwere Pisten: +++

Gute Skifahrer werden sich wohlfuehlen, gibt es hier doch einerseits anspruchsvolle Pisten, andererseits viel Abwechslung. Was fehlt, sind aber die richtig langen anspruchsvollen Abfahrten. Das schoene ist, dass sich die anspruchsvollen Pisten in mehreren Bereichen konzentrieren, so etwa im Gebiet Hauts Fort (Avoriaz/Prodains), im Gebiet zwischen Avoriaz und Champery oder am Mont Chery.

Mittelschwere Pisten: +++++

Das Gebiet ist ideal fuer mittlere Skifahrer, die allerdings schon etwas Kondition mitbringen sollten. Schwere Pisten koennen stets umfahren werden, wobei die meisten auch von mittleren Skifahrern bewaeltigt werden koennen.

Leichte Pisten: ++++

Interessante Moeglichkeiten bietet das Gebiet fuer alle, die sich schon ein bisschen sicherer auf den Skiern fuehlen. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Stationen (ueber-)fordern allerdings schon etwas. Allein Anfaenger sind hier nur bedingt aufgehoben, auch wenn es etwa in den Bereichen Super-Chatel, Super-Morzin sowie oberhalb von Champery und von Les Gets schoene Uebungshaenge gibt. Es ist allerdings fraglich, ob Anfaengern der Gesamtskipass empfohlen werden kann.

Hinweise zur Bewertung:
+ Oh oh!
++ Geht so.
+++ Durchschnitt
++++ Sehr gut.
+++++ Spitze!

Die schoensten Abfahrten

Massif 1 (Morzine/Les Gets)

Die schoenste Piste der gesamten Portes du Soleil ist wohl die mittelschwere Abfahrt Arbis (Nr. 32) von der Chamossiere (2.002 Meter) herunter zur Talstation des TK des Blanchots. Diese Abfahrt bietet ein traumhaftes Panorama (u.a. Mont Blanc) sowie eine abwechslungsreiche mittelschwere Abfahrt mit attraktiven Kurswechseln und Gelaendeuebergaengen und ist ca. 3-4 km lang bei rund 500-600 Metern Hoehenunterschied. Durch die Lage am Nordhang bleibt der Schnee hier meist lange gut.

Ebenfalls von der Chamossiere geht unterhalb der Sesselbahn in einer Mulde eine attraktive schwarze Buckelabfahrt herunter (Creux, Nr. 32). Hier kommt selten mal die Sonne rein, d.h., der Schnee bleibt lange frisch.

Von der Pointe de Nyon (2.019 Meter) fuehrt eine mittelschwere Abfahrt zur Bergstation der TPH de Nyon (Aigle, Nr. 41). Die Abfahrt ist meist nicht sehr breit und hat teilweise den Charakter eines Ziehweges- dadurch, dass sich aber kaum Skifahrer hierher verirren, macht es aber trotzdem Spass, hier zu fahren.

Oberhalb von Les Gets zwischen Le Ranfolly (1.850 Meter) und La Rosta fuehren verschiedene attraktive mittelschwere sowie eine schwere 1,5 bis 3 km lange Abfahrten herunter, die alle sehr empfehlenswert sind. Besonders gut gefallen hat mir die Buckelpiste Yeti (Nr. 13)

Eine schoene lange leichte Abfahrt haben wir in Les Gets auch gefunden: sie fuehrt von der Berstation der TSD des Chavannes nach Les Gets hinunter (Gentiane, Nr. 21).

Praktisch menschenleer sind die Pisten am Mont Chery. Dies liegt keinesfalls daran, dass sie unattraktiv sind, vielmehr daran, dass sie (wenn man nicht gerade in Les Gets wohnt) schwer zu erreichen sind. Besonders gut gefallen haben uns die mittelschweren Abfahrten Livre (Nr. 8) und Marmottes (Nr. 1) sowie die schwarze Piste Chevreuil (Nr. 2). Am Fuss der beiden zuletzt genannten Abfahrten findet sich auch eine schoene Einkehrstation mit Sonnenterasse und gutem Essen.

Massif 2 (Avoriaz)

Auf den Pisten von Avoriaz kommt man sich vor wie am Mittleren Ring in Muenchen: hoffnungslos ueberlaufen! Als wir dort waren (Ende Januar 2002) hat es ausserdem bereits seit rund 4 Wochen nicht mehr geschneit. Fazit: der Schnee, der in anderen Teilgebieten der Portes du Soleil noch gut war, war hier quasi ausgelutscht. Die meisten Pisten sind dazu auch noch recht kurz. Gefallen haben uns hier eigentlich nur zwei Abfahrten:

Die Abfahrt Parchets (Nr. 16) fuehrt von Les Lindarets an einer Almsiedlung mit etlichen Einkehrmoeglichkeiten vorbei nach Ardent (von dort auch die beste Busverbindung mit 1x Umsteigen in Richtung Les Gets). Diese leichte bis mittelschwere Abfahrt ueberwindet auf rund 2 km Laenge rund 300 Hoehenmeter.

Im Gebiet Les Hauts Fort fuehrt eine knackige schwarze Abfahrt von der TS Combe du Machon nach Les Prodains hinunter (Combe du Machon, Nr. 37).

Massif 3: La Linga (Chatel)

Hier stehen verschiedene schoene lange, mittelschwere Cruiser zur Auswahl.

Hauptattraktion ist sicherlich die Piste von Le Linga ins Tal (Nr. 12) mit rund 800 Metern Hoehenunterschied mit verschiedenen etwas steileren Teilstrecken. Wie auf allen anderen Abfahrten in Chatel, die ins Tal fuehren, ist sie nachmittags ab ca. 15 Uhr stark bevoelkert.

Eine abwechslungsreiche mittelschwere Abfahrt mit einer eher leichten zweiten Haelfte fuehrt vom Col de Bassachaux (Verbindung von Avoriaz) nach Pre-la-Joux hinunter (Les Rhododendrons, Nr. 25/ Les Rochassons, Nr. 23). Diese kommt auf rund 700 Hoehenmeter.

Bei der Mittelstation befindet aich die Almsiedlung Plaine Dranse mit gut einem Dutzend attrraktiver Einkehrmoeglichkeiten.

Massif 4: Super Chatel (Chatel, Morgins, Torgon, La Chapelle d Abondance)

Hier herrschen ueberwiegend kurze und flache Abfahrten vor. Eine attraktive laengere leichte Abfahrt startet am Portes du Culet, die Chalet Neuf (Nr. 44), rund 1,5 km lang, im Mittelstueck allerdings etwas sehr flach. Deshalb ist die Bellevue (Nr. 47) empfehlenswerter. Diese fuehrt auch am Chalet Neuf vorbei, wo man gut einkehren kann.

Eine schoene mittelschwere Abfahrt (dunkelrot), findet der Skifahrer an der TS Conche; die La Combe (Nr. 42) fuehrt halb ins Tal hinunter. Von dort aus geht nur noch ein unattraktiver Ziehweg nach Chatel weiter.

Massif 5: Champery, Les Crosets, Champoussin, Morgins)

Die laengste Abfahrt in diesem Teilgebiet geht von der Point de Ripaille ins Tal nach Campery (Grand Paradis). Im oberen Bereich gibt es zunaechst drei schoene Genusshaenge, jeweils durch ein kurzes Querstueck verbunden, dann folgt ein Stueck Serpentinenweg, anschliessend ein laengeres Stueck Ziehweg. Am Ende des Ziehweges heisst es Schwung holen, fuer ein Flachstueck, das teilweise bergauf geht. Ist dieses ueberwunden, folgt ein weiterer langer, schneller Ziehweg (im Schatten, deshalb rel. hohe Schneesicherheit) ins Tal. Attraktiv ist dabei insbesondere der obere Teil der mittelschweren Piste und die erste Einkehrmoeglichkeit nach ca. 400 Metern - eine kleine Alm mit schoener Sonnenterasse und dem besten Essen im gesamten Skigebiet.

Schoen ist auch die blaue Abfahrt rechts von der TK Louis (von oben gesehen), nahe der Bergstation der Seilbahn von Champery, vor allem deshalb, weil die praktisch keiner findet (Tip: halten Sie sich immer soweit rechts als moeglich, um die Abfahrt zu finden). Ideal zum Carven.

Eine ideale Neigung haben die Abfahrten von den Liften Crosets I und II. Falls kein Slalom gesteckt ist, ist insbesondere die Piste ganz rechts zu empfehlen- dort faehrt fast niemand.

Beruehmt-beruechtigt ist die Schweizer Mauer unterhalb der TS Chavanette. Es gibt (entgegen der Eigendarstellung) anderswo durchaus steilere Abfahrten, die Schweizer Mauer hat aber den Vorteil, dass sie schoen lang ist. Aufgrund dieser Laenge (es gibt keine Ausweichmoeglichkeit!) haben allerdings auch 95% der Skifahrer hier absolut nichts verloren.

Fragen, Infos und Kommentare

Staerken und Schwaechen

Staerken:

+ Sehr vielfaeltiges und abwechslungsreiches Skigebiet.
+ Spricht insbesondere mittlere konditionsstarke Skifahrer an.
+ Viele praktisch leere Abfahrten (insbes. im Bereich Les Gets-Morzine).
+ Freundliches, engagiertes Liftpersonal insbesondere in Chatel, Morzine, Les Gets.
+ Ausser in Avoriaz kaum Wartezeiten an den Liften.
+ Viele Huetten, meist mit schoener Sonnenterasse und recht gutem Essen.
+ Viele Imbisse auf franzoesischer Seite mit kleinen Gerichten, etwas billiger als die Huetten.
+ Orte im Tal mit verschiedensten Charakteren- ist fuer jeden etwas dabei.

Schwaechen:

- Nicht sehr schneesicher.
- Insbesondere Verbindungspisten apern schnell aus (Avoriaz-Chatel).
- Lange Liftschlangen in Avoriaz.
- Extrem ueberfuellte Pisten in Avoriaz.
- Gebiet beileibe nicht komplett verbunden (Skibus in Morgins, Chatel, Morzine, Les Gets noetig).
- (Verbindungs-) Skibusse fahren in Morgins sehr selten bis gar nicht.
- Richtig lange Abfahrten fehlen.
- Essen und Getraenke sehr teuer im Skigebiet, insbesondere auf der Schweizer Seite.
- Teilweise sehr alte, total ausgeleierte Schlepplifte.
- Manche Sesselbahnen haben auch schon 30 Jahre auf dem Buckel.
- Meist gar kein Liftpersonal auf der Schweizer Seite (Einstieg in alte Sesselbahnen meist ohne anwesendes Personal).
- Touren muessen gut geplant werden.
- Viele enge Ziehwege.

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Und im Sommer?